Das Vermächtnis des Porzellankönigs
Geschrieben von porzelliner am 5. April 2010 | Abgelegt unter Porzellanstadt Selb
Selb-Erkersreuth – “Das ist wie mit dem Philip hinter der Queen.” Beate Reichel, langjährige enge Vertraute, Lebensgefährtin und Assistentin des Vorzeigeunternehmers und Abenteurers Philip Rosenthal, stand ein halbes Leben lang im Schatten dieses großen Mannes. Eben wie der Gemahl der englischen Königin. Heute, neun Jahre nach dem Tod des Sozialdemokraten, hütet die Frau, die nach fünf Ehen des Unternehmers ohne Trauschein mit ihm zusammenlebte, das Vermächtnis Rosenthals wie den Heiligen Gral.
Die Herrin von Schloss Erkersreuth wohnt in einem Teil der 1000 Quadratmeter umfassenden Räume, in denen sich das gesamte Lebenswerk des berühmten Porzellankönigs widerspiegelt. Und in seinen Privaträumen spürt man zu meinen: Rosenthal ist eben nur mal zur Tür raus.
“Ich habe mein Leben seinem stets untergeordnet”, erzählt Beate Reichel im Gespräch mit der Frankenpost. 43 Jahre lang war sie “Rosenthalerin mit Leib und Seele” – seit der Insolvenz ist sie arbeitslos. Sie bewohnt die Privatgemächer – ein Gesamtkunstwerk – des charismatischen Frauenschwarms, hat hier testamentarisch verfügtes Wohnrecht auf Lebenszeit. “Ich bin jeden Tag dankbar dafür”, erklärt die zurückhaltende 60-Jährige, die seit dem Tod Rosenthals rein gar nichts verändert hat in dem historischen Gemäuer. Noch heute nimmt sie sich zurück, lässt seinen Geist wirken. Bis auf die Vase der Designerin Pieke Bergmans – natürlich von Rosenthal – auf dem hochglänzenden weißen Tisch in der “weißen Küche”. “Philip hätte das nicht gefallen”, weiß Beate Reichel und deutet auf die lilafarbene Orchidee in der Vase. “Er war ein Minimalist.”
Quelle: Artikel lesen auf www.frankenpost.de















