Künstler der Studio Linie Rosenthal

Geschrieben von porzelliner am 31. Januar 2010 | Abgelegt unter Porzellanstadt Selb

Nur bei Picasso klappte es nicht

Erinnerungen | Dietrich Müller, der ehemalige Sprecher des Vorstandes von Rosenthal, hat mit vielen namhaften Künstlern zusammengearbeitet. „Wenn man an Grenzen rüttelt, bringt man alle voran“, sagt er über die herausfordernden Aufgaben. Von Elfriede Schneider

Selb – Als 1971 in Persien das 2500. Jubiläum des Reiches ansteht, will der Schah seine Gäste auf einem besonderen Porzellan bewirten. Er lässt bei verschiedenen Firmen anfragen und bestellt schließlich ein Geschirr aus Selb. Rosenthal wird die Teller und Schüsseln entwerfen, auf denen die Gäste aus aller Welt speisen.

In der Unternehmensgeschichte von Rosenthal ist dieser Auftrag ein Meilenstein. “Der Schah machte so gut wie keine Vorgaben”, erinnert sich Dietrich Müller, früherer Sprecher des Vorstands bei Rosenthal. “Er wollte nur, dass man auf den Tellern die ganze Herrlichkeit Persiens spürt.” Ein gewaltiger Anspruch und eine große Aufgabe. Rosenthal beauftragt den Bildhauer Björn Wiinblad mit dem Entwurf. Dieser hat für Rosenthal mit seiner Form “Zauberflöte” bereits die Grenzen des Machbaren ausgelotet. “Bei der Form ,Zauberflöte’ waren wir schnell an den Punkt gekommen, an dem es hieß: ,Das geht nicht’ “, erzählt Müller. “Die Teller haben extrem flache, dünne Ränder, die beim Brennen immer und immer wieder rissen.” Dank des enormen Könnens und des Qualitätsbewusstseins der Modelleure und einem extra entwickelten Brennverfahren habe es Rosenthal geschafft, die Herausforderung zu meistern. Das Umfeld für solche Wagnisse sei in jenen Jahren angesichts der Experiment.

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Eine Allianz für Porzellan – Tschechien-Bayern

Geschrieben von porzelliner am 27. Januar 2010 | Abgelegt unter Allgemein, Porzellan 2010

Die Porzelliner-Region Hochfranken findet ihre Fortsetzung im nahen Böhmen. Auf einer tschechisch-bayerischen Porzellanstraße sollen künftig Touristen der Faszination dieses europäischen Kulturguts erliegen. Der Anfang dazu ist gemacht.
Von Beate Franck

Schloss Mostov – Der Liebe zum Porzellan verfielen die Fürsten von Medici ebenso wie der russische Zar und Napoleon. Von Böhmen aus gelangte die hohe Kunst der Porzellanherstellung im 18. Jahrhundert nach Bayern. 300 Jahre später werden nun wieder Grenzen überschritten: Auf einer tschechisch-bayerischen Porzellanstraße sollen künftig Touristen der Faszination dieses europäischen Kulturguts erliegen.

Das bayerische Teilstück besteht bereits seit 2003. Auf 550 Kilometern führt es von Schlüsselfeld bei Bamberg durch die Porzellinerregion Hochfranken und die Oberpfalz nach Bayreuth. Die tschechische Porzellanstraße ist nun mit der Unterzeichnung eines Memorandums auf Schloss Mostov aus der Taufe gehoben worden.

In dem idyllisch gelegenen Landsitz Mostov bei Cheb/Eger, auch Museum der ältesten böhmischen Manufaktur Haas & Czjzek, hat die tschechische Porzellanstraße ihren Ausgangspunkt. Über Sokolov (Falkenau), Horni Slavkov (Schlaggenwald), Loket, Karlsbad und Ostrov führt sie bis Klasterec nad Ohri.

Auch das Projekt selbst steht erst am Anfang. Es besteht im Augenblick aus einem tschechischen Flyer und der Nutzung des gleichen Logos wie in Bayern. In dem Memorandum ausdrücklich als Ziel genannt ist jedoch die aktive Zusammenarbeit mit Deutschland. Die Unterzeichner – Vertreter von Firmen, Museen, Klöstern und einer Fachschule – sprechen deshalb von einem historischen Moment. “Wir brauchen neuartige Wege zur Vermarktung”, sagt Eva Valjentova, Rätin der Karlsbader Regionalbehörde. “Mit dieser Tourismusstraße können wir an Bayern anknüpfen und die Bedeutung der Porzellanherstellung hier wie dort herausstellen.”

Der Selber Verein “Bayerische Porzellanstraße” hat als Taufpate mit einer Datenbank über die Unternehmen im Karlsbader Raum bereits den Grundstock für die angestrebte enge Kooperation gelegt. Nach den Recherchen sind von ehemals 77 tschechischen Porzellan-Firmen nur noch sieben übrig. Allein im vergangenen Jahr traf die Weltwirtschaftskrise die Branche schwer.

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Porzellanmuseum in Mitterteich eröffnet

Geschrieben von porzelliner am 16. Januar 2010 | Abgelegt unter Allgemein, Porzellanfabriken Bayern

Die Mitterteich Porzellanfabrik und die Gebäude, teilweise aus dem Jahre 1880, wurde teilweise abgerissen und durch Sanierung des ehemaligen Hauptgebäude sowie einen Neubau direkt an der Tirschenreuther Strasse  ein Porzellanmuseum errichtet. In den neugestalteten Räumen ist ausser Porzellan der Mitterteich Porzellanfabrik auch Glas und Ausstellungstücke der Fa. Schott Ruhrglas zu bewundern.

Porzellanmuseum in Mitterteich

Porzellanmuseum in Mitterteich

Bei der Einweihung des Mitterteicher Porzellan-Museums war auch Wilhelm Siemen, Direktor des Porzellanikons Selb-Plößberg, zugegen. Die Einrichtung in Mitterteich empfinde er nicht als Konkurrenz, sondern als Ergänzung zu seinem Haus, sagte er der Frankenpost. Denn in Mitterteich gehe es vor allem um die eigene Porzellan-Geschichte. Man habe schon im Vorfeld miteinander gesprochen. In Zukunft würden Porzellanikon und der Verein Porzellanstraße mit Mitterteich zusammenarbeiten.

“Jeder Baustein ist hilfreich, Porzellan wieder stärker ins Bewusstsein der Menschen zu rücken”

Das Museum ist ab den 19. Januar 2010 geöffnet jeweils Dienstags bis Sonntag.

Eine echte Expertin in Sachen Schönwald

Geschrieben von porzelliner am 5. Januar 2010 | Abgelegt unter Porzellanstadt Selb

Andrea Hanold hat in enger Zusammenarbeit mit dem Porzellanikon ein Buch über die Geschichte der Industrie ihres Heimatortes geschrieben.

Schönwald – Für Bürgermeister Robert Frenzl ist das erste Buch von Andrea Hanold ein Standardwerk zur Geschichte der Stadt Schönwald und ein besonderer Höhepunkt, was die Aufarbeitung der heimischen Industriegeschichte angeht. Für Rudolf Stich, Mitarbeiter in der Produktentwicklung der Porzellanfabrik Schönwald, ist das Buch ein “Nachschlagewerk, das seinesgleichen sucht und über das die Porzellanfabrik Schönwald sehr glücklich ist”. Für Wilhelm Siemen, Direktor des Porzellanikons und Herausgeber der Schriftenreihe, ist es ein “lebendiges Dokument, das die Wirtschafts- und Sozialgeschichte des Ortes einem großen Kreis zugänglich macht”. Für Andrea Hanold ist es einfach die Verwirklichung eines Traumes.

Unter dem bewusst bescheidenen Titel “Geschichte der Porzellanindustrie in Schönwald” hat sie nicht nur Grundlagenforschung betrieben, sondern auch das bis heute bestimmende Kapitel der Schönwalder Geschichte in mühsamer Kleinarbeit dokumentiert und lesenswert und spannend zusammengefasst. Ein Projekt allerdings, das sich über einige Jahre hinzog. Das Buch Geschichte der Porzellanindustrie in Schönwald kann über das Porzellanikon bezogen werden (18.- EUR)

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