Rosenthal Archiv gerettet

Geschrieben von porzelliner am 29. September 2009 | Abgelegt unter Porzellanstadt Selb

Die Sammlung des Rosenthal-Archivs deckt die 130jährige Firmengeschichte ab und enthält alle jemals von Rosenthal gefertigten Porzellanstücke. Die Kaufsumme für das Rosenthal-Archiv von 1,3 Millionen EUR wurde seitens Rosenthal nicht bestätigt. Das Rosenthal-Archiv wurde von der Oberfrankenstiftung gekauft und als Dauerleihgabe an das Porzellanikon übergeben. Damit ist eine dauerhafte Nutzung durch das Porzellanikon gesichert und die Rosenthal Schätze verbleiben in Selb.

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Selb – Sie ist die Hüterin des Schatzes: Petra Werner vom Porzellanikon Selb betreut seit siebzehn Jahren das umfangreiche Archiv der Rosenthal AG. Die Kuratorin kennt sich aus mit den 15 000 bis 20 000 Stücken, die von erstaunlichen Kunst-Raritäten über gängige Rosenthal-Serien bis hin zu zeitgenössischem Werbematerial aus 130 Jahren reichen.

Exponate aus 130 Jahren

Erleichtert und glücklich ist Petra Werner, dass die Oberfrankenstiftung nach dem Verkauf des Unternehmens an die italienische Sambonet-Gruppe diese Kostbarkeiten komplett erworben hat (wir berichteten). “Die Sammlung ist das Archiv der Porzellanindustrie schlechthin, es war sehr wichtig, dass es nicht in alle Winde verstreut wurde.” Der – laut Aussage von Regierungspräsident Wilhelm Wenning – “Schatz von unschätzbarem Wert” ist künftig dem Porzellanikon von der Oberfrankenstiftung als Dauerleihgabe überlassen. “Wir haben jetzt mit Abstand die größte Rosenthal-Sammlung, die es auf der ganzen Welt gibt”, zeigt sich Werner stolz.

“Das einzigartige Fabrik-Archiv ist zum 100. Firmenjubiläum von Rosenthal 1978 eingerichtet worden”, berichtet die Kuratorin. Doch die Bestände reichen viel, viel weiter zurück: Die ältesten stammen bereits aus dem Jahr 1880. “Das Besondere ist, dass wirklich noch alles vorhanden ist. Die gesamte Firmengeschichte wird anhand der Stücke aufgezeigt.”

Namhafte Künstler

Das Archiv umfasst, wie Werner erläutert, sämtliche Produktionsentwürfe, darunter auch viele Originale, die nicht in Serie gingen. So hat etwa Salvador Dali für seine Ehefrau Gala eine Teekanne mit dem Motiv seiner “weichen Uhr” kreiert, die nie in den regulären Verkauf gegangen ist. “In unserer Sammlung ist die Kanne aber in mehreren Farben vorhanden.

Alle namhaften Künstler und Designer haben für Rosenthal gearbeitet und damit ihre Spuren in unserem Archiv hinterlassen”, hebt Petra Werner hervor und zählt nur einige herausragende auf: Walter Gropius, Ferdinand Liebermann, Raymond Loewy, Lucio Fontana, Niki de Saint Phalle, Andy Warhol, Roy Lichtenstein, Björn Wiinblad, Otto Pine, Friedensreich Hundertwasser und Jörg Immendorff. “Kunst aus allen möglichen Richtungen, alles was formprägend war, haben die Rosenthals hierher gebracht. Zuerst der Senior, später der Junior”, weiß die Porzellanexpertin.

Entwürfe und Skizzen

Nicht nur viele Entwürfe und Freigabemuster aus der Kreativschmiede gehören zu den Exponaten, auch das gesamte Schriftenarchiv ist erhalten: Muster- und Dekorbücher, Künstlerentwürfe und Skizzen. Von Philipp Rosenthal, dem Firmengründer, etwa stammt ein Skizzenbuch, in dem er die damals neuesten Entwicklungen und Anregungen für zeitgemäße Porzellangestaltung festhielt, die er auf Reisen und Messen suchte. Bei Kunstschauen war das Unternehmen aber auch selbst außerordentlich erfolgreich: So sind sämtliche Medaillen komplett vorhanden, die Rosenthal unter anderem auf verschiedenen Weltausstellungen errungen hat.

Suche nach neuer Bleibe

Das Archiv ist derzeit noch in einem Gebäude hinter dem Regenbogenhaus in Selb untergebracht. “Aber wir müssen hier raus”, berichtet Petra Werner. Derzeit laufen die Verhandlungen darüber, wo die Sammlung künftig am sinnvollsten untergebracht werden kann. “1000 Quadratmeter sind dafür notwendig, wenn die Stücke fachgerecht sortiert in Regalen untergebracht werden sollen.”

Die Öffentlichkeit wird keinen Zutritt zu diesem Archiv haben, aber immer wieder einmal Stücke daraus bei Ausstellungen sehen können. Schon bei der großen Schau des Porzellanikons “Königstraum und Massenware” 2010 sind verschiedene Exponate dabei.

Viele Ideen für Ausstellungen

“Jede Menge Themen für Sonderausstellungen aus den Beständen des Archivs fallen mir sofort ein”, sagt die Kuratorin und zählt auf: “Design der 50er Jahre”, denn 1950 stieg Philip Rosenthal junior in das Unternehmen ein und prägte es. “Jugendstil”, “Art Deco” oder “Form 2000″ – ein Service das über 20 Millionen Mal verkauft wurde – sind weitere Ideen für spezielle Schauen. “Da gibt es auf Jahre hinaus Möglichkeiten”, schwärmt Petra Werner.

Auch für Forschungsarbeiten darf die Sammlung genutzt werden: “Die Oberfrankenstiftung wollte beim Ankauf sicher nicht, dass das Archiv danach vor sich hinschlummert.”

Quelle: Frankepost, 05.09.2009

Spurensuche in Arzberg

Geschrieben von porzelliner am 29. September 2009 | Abgelegt unter Spurensuche

Auf Hochtouren laufen derzeit die Arbeiten für den weiteren Abbruch der einstigen Porzellanfabrik Schumann. „Bis Juli diesen Jahres wollen wir damit fertig sein“, kündigte Bürgermeister Stefan Göcking bei einem Ortstermin mit Kathy Scholze an, die bei der Regierung von Oberfranken jetzt für die Städtebauförderung im Landkreis Wunsiedel zuständig ist. „Ich möchte mir nach und nach die Gemeinden anschauen, damit ich mich besser orientieren kann“, sagte sie. Sichtlich beeindruckt zeigte sich Scholze von den Maßnahmen in Arzberg. „Gemessen an der Größe der Stadt passiert hier sehr viel.“

35 Gebäudeteile mit einem Volumen von rund 145 000 Kubikmeter umbautem Raum werden bis zum Sommer auf dem Schumann-Areal verschwunden sein. Was übrig bleibt, sind die denkmalgeschützten Gebäude: die Villa, das Taubenhaus und die Ökonomie. Die Abbruchkosten betragen rund 600 000 Euro, wie Armin Gädigk, technischer Leiter des Stadtbauamts, aufzeigte. Die Stadt rechnet hier mit einer Förderung von 80 Prozent.

Altes Bild der Schumann-Fabrik bei Abrissarbeiten entdeckt

Arzberg – Vom Ende des 19. Jahrhunderts stammt eine Ansicht des früheren Industriegeländes, die jetzt Polier Thomas Busch bei den Abrissarbeiten der Schumann-Porzellanfabrik in Arzberg in einer Zwischenwand entdeckt hat.

Das Bild unbekannten Ursprungs, auf dem deutlich die Struktur der ehemaligen Gebäude zu erkennen ist, brachte Bürgermeister Stefan Göcking auf die Idee, die Ansicht in die “Route der Industriekultur” zu integrieren.

Eine Kopie des Bildes soll auf einer Stahlstele am Fuße des Fabrikschlots, der stehen bleibt, aufgestellt werden. “Mit den Bildern wollen wir nach den vielen Abrissarbeiten in der Stadt daran erinnern, wie es früher einmal in Arzberg ausgesehen hat”, sagt der Bürgermeister. Nach seinen Worten wird die Firma Rupprecht aus Frickenhausen in diesen Tagen mit dem Rückbau der für den Abriss geplanten Fabrikgebäude fertig. Die Arbeiten seien im Wesentlichen erledigt. “Das hat alles reibungslos geklappt, obwohl die Arbeiten wirklich sehr schwierig waren”, sagt Bürgermeister Stefan Göcking. “Jetzt geht es um den Rest der Gebäude, die unter Denkmalschutz stehen.” Für deren Nachnutzung werde derzeit eine Studie erstellt. C. S.

Frankenpost, 26.09.2009

Porzellanstadt Halle

Geschrieben von porzelliner am 28. September 2009 | Abgelegt unter Allgemein

“Halle ist eine Porzellanstadt”, behauptet Hubert Kittel. Ach, wirklich? Skeptischen Nachfragen dieser Art begegnet der Design-Professor, ein jugendlicher Mittfünfziger in Jeans, mit Tatsachen, so klar wie die Formen klassischer “Burg”-Keramik. Denn dass schon in den 30er Jahren Innovationen für die Gestaltung des kostbaren Materials aus Halle kamen, daran ist nicht zu rütteln. “Giebichenstein hat auf dem Gebiet der Keramik die führende Stellung in Deutschland”, rühmte die Presse.

Avantgardistische Design-Ideen aus der Provinz machten Furore. “Die sind vor allem verbunden mit den Namen Marguerite Friedlaender und Gerhard Marcks”, betont Hubert Kittel. “Beide haben frischen Wind für Ideen und Formen eingebracht.” Der Bildhauer Marcks setzte die auch als Direktor um, Friedlaender als Leiterin der Porzellanklasse. Was alsbald auch hauptstädtische Blicke nach Halle lenkte. Denn Impulse für neue Formen konnte die Berliner Staatliche Porzellanmanufaktur dringend gebrauchen. Prompt beauftragte deren Direktor Freiherr von Pechmann die beiden mit der Gestaltung neuer Serienporzellane.

“Das”, meint Hubert Kittel, seit 1994 Chef der Fachrichtung Keramik / Glasdesign an der Burg, “wurde zu einer Erfolgsstory”. Gerhard Marcks etwa entwarf ein Service und mehrere kleine Sets. Neben anderen Teilen kamen von Marguerite Friedlaender die Entwürfe für eine Vasengruppe “Halle” und das Mokkaservice “Halle’sche Form”. Schlichte Produkte mit deutlicher Bauhaus- Anmutung und klaren, die Zeiten überdauernden Formen. Mit dem königsblauen Zepter, das für KPM als einer der Luxusmarken für feinstes Porzellan “Made in Germany” steht, tragen sie den Namen Halle in die Welt. Den ganzen Beitrag lesen »

Interview mit Wilhelm Siemen

Geschrieben von porzelliner am 27. September 2009 | Abgelegt unter Events

Interview-SiemenUnter Downloads finden Sie ein Interwiev mit Wilhelm Siemen und Dr. Sabine Zehentmeier über die konzipierte Grossausstellung zum 300-jährigen Porzellanjubiläum.

Große Ereignisse werfen ihre Schatten voraus: 2010 jährt sich die Gründung der ersten europäischen Porzellanmanufaktur in Meißen zum 300sten Mal. Aus diesem Anlass plant natürlich auch das Porzellanikon in Selb und Hohenberg, Europas größtes Spezialmuseum für Porzellan eine Ausstellung: „Königstraum und Massenware. 300 Jahre europäisches Porzellan. Eine Erfolgsgeschichte“. Wir sprachen mit Wilhelm Siemen, Direktor des Porzellanikons, der auch das Ausstellungskonzept entwickelte und mit Dr. Sabine Zehentmeier, der Ausstellungskuratorin, über das ambitionierte Projekt. Es soll in der Porzellan-Region Oberfranken von April bis Oktober 2010 in Selb und Hohenberg stattfinden.

Flohmärkte – Augen auf!

Geschrieben von porzelliner am 27. September 2009 | Abgelegt unter Bücher

Es ist nicht zu übersehen: Flohmärkte sind „in“. Wer einmal ein Exemplar der Zeitschrift „Trödler & Sammler-Journal“ durchblättert, entdeckt tausende Termine, zu denen an Wochenenden in Deutschland zehn-und hunderttausende Menschen strömen. Mit dabei sind häufig auch Anbieter von Post-und Ansichtskarten, von Briefen und Briefmarken. Hier kann man Schnäppchen machen, Flohmärkte leben von der Atmosphäre des Entdeckens, Stöberns und preiswert Kaufens, von Antiquitäten und allem, was Ramsch, Kram und Besseres ist.

Nun sei keinem der Spaß genommen und die Freude verdorben, – nur, wer erwartet, auf solchen Märkten wertvolle und einwandfreie bessere Handelsware zu finden, dürfte sich in der Regel getäuscht sehen. Soweit, so gut, aber dennoch finden sich von Zeit zu Zeit Anbieter, die auch teurere philatelistische Ware im Angebot haben. Und hier heißt es denn auch besondere Vorsicht walten zu lassen.

In Polizeikreisen sind gerade Floh-und Trödelmärkte bekannt für den Vertrieb von Hehlerware, also von Material, das bei Einbrüchen erbeutet und dann mehr oder weniger preiswert im Direktverkauf so abgesetzt wird. Bei Massenware wird man diese illegale Herkunft der Ware kaum ansehen, aber bei besonderen Stücken schon. Sich hier zu schützen, heißt, die im Kapitel Direktkauf (6.3) ausgeführten Vorschläge sorgfältig zu beachten. Flohmarktstände, besonders 
gewerblicher Anbieter, müssen mit dem vollständigen Firmennamen gekennzeichnet sein; der Inhaber hat eine Gewerbeerlaubnis zu führen. Wie leichtsinnig manche Zeitgenossen sich von der prickelnden kaufluststeigernden Umgebung solcher Märkte anregen lassen, wissen Sammlerschutzstellen immer wieder zu berichten. Vor einigen Jahren schilderte ein Sammler dem Autor sein Leid: er hatte einen postfrischen Posthornsatz für 20% vom Katalogwert erworben. Wirklich ein Schnäppchen: einwandfrei gezähnt, sauber gummiert, keine Büge, kein Einriss – einfach so, wie er sein soll. Entgangen war ihm (allerdings wenig später nicht dem Prüfer, dem er den Satz vorlegte), die ursprünglich sichtbare, dann aber entfernte leichte Aufschrift am Unterrand der Marke „Nachdruck“. Sie war ja auch nicht mehr vorhanden und die „Rasur“ mit bloßen Augen nicht zu sehen. Und wer führt schon auf einem Flohmarkt eine gute Lupe mit?

Ein zweites Beispiel dürfte den Ganzsachensammler interessieren, und zwar denjenigen, der 3. Reich-Propaganda-Postkarten sammelt. Ein interessantes Gebiet, das bei Beachtung der gesetzlichen Vorbehalte zur wissenschaftlichen Forschung und Deutung jener Zeit viel beitragen kann. An einem Stand bei einem gut besuchten Antiquitätenmarkt im Rheinland entdeckte der Autor – sein Herz schlug sofort höher–einen geradezu bibliophilen Großstand. Der Anbieter führte neben seltenen alten Büchern, auch Postkarten und Ganzsachen, Flugblätter und alte Zeitungen. Schon die Flugblätter wirkten viel zu unberührt und geradezu „sauber“, um wirklich echt zu sein, gleiches galt für die Propagandakarten, die – es ist erst zwei Jahre her – zu Preisen ab 5 bis 50 DM per Stück angeboten wurden. Alle ungebraucht, keine gestempelten oder echt gelaufenen, frankierten Stücke dabei, dafür aber Mengen zu 50 bis 200 Stück je Sorte. Man braucht nicht lange zu raten, was hier echt und falsch war. Diese Karten waren auf jeden Fall gut gemachte, allerdings bei näherem Augenschein doch deutlich sichtbare Fälschungen, also Nachdrucke. Nun kennt sich nicht jeder in der Materie gut aus und so mancher Flohmarkthändler lebt eben von dieser Unkenntnis. Es ist ja auch kein schlechtes Geschäft, eine Farbpostkarte, die bei einer Mengenauflage bestenfalls 10 Pf, heute 5c, kostet, dann zu Preisen ab 5 DM und mehr zu verkaufen. Das lohnt sich wenigstens noch! Und Klagen oder juristische Verfolgung braucht man bei der Fälschung von Flugblättern und NS-Propaganda kaum zu befürchten: wer will hier noch Rechte geltend machen? 
Kurz vor Abschluss des Buchmanuskripts erhielt der Autor einen Brief eines ihm bekannten Auktionators, der den Verlust eines Briefalbums im Wert von ca. 80.000 Euro meldete, das ihm bei seiner 15. Russland-Spezialauktion mit anschließendem Tauschtag der Arbeitsgemeinschaft Russland/UdSSR am 13. April 2002 gestohlen worden war. Enthalten waren u.a. drei außerordentlich wertvolle Briefe von Russland mit Fotoattest Z.S. Mikulski, jeder Brief ein Unikat, und seiner Ansicht nach nur als Hehlerware zu verkaufen.

Man würde sich wundern, wie viel Geld betuchte Zeitgenossen selbst bei Flohmarkt-Einkäufen ausgeben und wie leichtsinnig sie sich zuweilen mitreißen lassen. Der Autor erinnert sich an eigene Untugenden bei Einkäufen in Paris, London und anderen Großstädten, bei denen er ebenfalls teures Lehrgeld bei Flohmärkten zahlen musste. Wer also unbedingt der Meinung ist, dass er teures philatelistisches Material, und sei es zu einem noch so günstigen Preis, an solchen Orten erwerben will, der sollte unbedingt die Ratschläge im Kapitel „Direktverkauf“ beachten. So mancher Verkauf dürfte dann schon nicht mehr zustande kommen, weil der Verkäufer kaum gewillt sein wird, sich darauf einzulassen. Prüfen Sie es selbst und probieren Sie es aus!

Quelle: © Wolfgang Maassen: Augen auf bei Kauf und Tausch, Schwalmtal 2004, S. 249-250

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EXPERTISEN-TAGE IM PORZELLANIKON

Geschrieben von porzelliner am 27. September 2009 | Abgelegt unter Events, Termine

Alte Schätze und wertvolle Tipps
Hohenberg – Wer kennt das nicht: Man findet auf dem Dachboden oder im Nachlass ein wertvolles Porzellanservice und kann es aber weder von der Herkunft noch vom Wert her bestimmen. Abhilfe schafft da Petra Werner, die Porzellanexpertin im Porzellanikon Hohenberg, mit ihren Expertisentagen.

Hohenberg – Wer kennt das nicht: Man findet auf dem Dachboden oder im Nachlass ein wertvolles Porzellanservice und kann es aber weder von der Herkunft noch vom Wert her bestimmen. Abhilfe schafft da Petra Werner, die Porzellanexpertin im Porzellanikon Hohenberg, mit ihren Expertisentagen. Die engagierte Kuratorin an Europas größtem Porzellanmuseum hat sich in den vergangenen Jahren weit über die Region hinaus einen Namen gemacht mit ihren kurzweiligen Porzellanbestimmungstagen. Dabei hat sie schon manchen Schatz entdeckt – und manches gute Stück als gar nicht so herausragend einsortiert.
Von nah und fern kommen Porzellanfreunde mit Körben und Taschen, darin ihre Lieblingsstücke und persönlichen Schätze verpackt. Kürzlich waren das mehr als 20 Personen, die das fachmännische Urteil Petra Werners suchten. Die Kuratorin verstand es, in lockere Manier das Publikum mit ebenso lehrreichen wie vergnüglichen Analysen zu unterhalten und Porzellan aus dem deutschsprachigen Raum nach Herkunft, Alter und Wert einzustufen. Mit auf den Weg gab es auch den einen oder anderen guten Rat. Wie etwa den, dass Tassen und Teller mit Goldrand nicht für den Geschirrspüler taugen.

Nächste Termine:
•    20.12.2009, 11 – 18 Uhr

10. Antikmarkt in Bamberg

Geschrieben von porzelliner am 27. September 2009 | Abgelegt unter Events

Am 3. Oktober 2010 treffen sich die Freunde guter Antiquitäten und edlen Trödels bereits zum neunten Mal in Bambergs Fußgängerzone sowie den anliegenden Plätzen und Seitenstrassen.

Die Weltkulturerbestadt Bamberg mit ihren ca. 70.000 Einwohnern und ihrem reichen Schatz an Baudenkmälern gilt ohnehin als Stadt der Antiquitäten. Eine Ergänzung zu den zahlreichen international bekannten Geschäften mit hochwertigen Antiquitäten insbesondere aus Barock- und Biedermeierzeit zu schaffen, war einer der Gründe für den Bürgerverein Bamberg-Mitte e.V. sowie den Co-Veranstalter Stadtmarketing e.V. diesen Markt im Jahr 1999 ins Leben zu rufen.

Weitere Informationen rund um den Antikmarkt in Bamberg aufrufen

Porzellanausstellungen gestern und heute

Geschrieben von porzelliner am 27. September 2009 | Abgelegt unter Events

Zum 22. Mal fanden heuer in Selb die „Wochen des Weißen Goldes“ statt. Feierlich eröffnet werden sie am Sonntag, 05. Juli 09, um 11 Uhr vormittags, im Rosenthal-Theater Selb. Mittelpunkt der „Wochen des Weißen Goldes“ ist die Porzellanpräsentation „Weißes Gold – Porzellan erleben“ im Rosenthal-Theater.
Ungebrochen groß ist das Interesse an dieser aufwändigen und vielfältigen Präsentation, die in dieser Form einmalig ist. Alleine die Ausstellung im Rosenthal-Theater hat jedes Jahr etliche tausend Besucher. Und groß ist auch das Interesse aller, die an der Konzeption der Veranstaltung beteiligt sind, sonst würden die „Wochen des Weißen Goldes“ in Selb nicht seit 1988 ununterbrochen stattfinden.

In der Vergangenheit gab es 1926 eine grosse Porzellanausstellung in der königlichen Porzellanfachschule Selb – iniziert von Prof. Fritz Klee und den ansässigen Porzellanfabriken und Zulieferer.

Bei den Vorbereitungen zu dieser Feier kam auch der Gedanke zutage, in der Porzellanstadt Selb eine Ausstellung heimischer Porzellane zu veranstalten, in der die Industrie an der Stätte des Wirkens zeigt, was sie für unser deutsches Vaterland im allgemeinen und für die Stadt Selb im besonderen bedeutet. Es wurde einstimmig beschlossen in dem Gebäude der Fachschule Selb die Ausstellung einzurichten, und aller Beteiligter Wunsch war, eine Schau zu veranstalten, die zeigt, dass Selb trotz seiner Kleinheit als Stadt und seiner Angelegenheit nicht zurückzustehen braucht vor zentraler gelegenen und grösseren Städten. Es soll nun aber nicht nur Porzellan schlechthin gezeigt werden, es sind bei seiner Ausstellung künstlerische Mittel angewandt worden, die sowohl die Industrie als auch Händlerschaft und Laien anregen wollen.

So wurde der Ausstellung ein Rahmen, der sich um die in aller Welt bekannten Erzeugnisse der Selber Porzellanindustrie baut und der sie so zur Geltung bringt, wie es die Selber Porzellane in ihrer technischen und künstlerischen Vollendung verdienen. Das neben der Porzellanindustrie auch Industrien und Firmen ausstellen, die der Porzellanfabrikation dienbar sind, ist selbstverständlich. Maschinenfabriken und Handelsfirmen zeigen, was zur Herstellung des Selber Porzellans nötig ist.

Um nun diese verschiedenen Austellungsarten zu verbinden, hat das Bayer. Staatsministerium gestattet, dass ausser den Schulsälen der Staatl. Fachschule, in der die Porzellane ausgestellt sind, auch die Maschinen- und Werkräume, wie auch die technische Sammlungen zur Ausstellung verwendet werden dürfen. Besonders aber wurde diese Ausstellung älterer und auswärtiger Porzellane eingerichtet, um den Selber Technikern und Künstlern, die leider in unserer kleinen Stadt fehlenden Künstlerischen Anregungen geben.

Die Gelegenheit Porzellan zu kaufen oder zu gewinnen, ist in der Ausstellung dadurch vorhanden, das ein Verkaufsladen, der kleine Andenken führt, und ein Glückshaven eingerichtet sind. So soll die Selber Porzellanausstellung der geistigen Anregung und wirtschaftlichen Förderung der Porzellanindustrie dienen. Sie soll nicht nur dem Fernstehenden zeigen, was unser Selber Industrie leistet, nein die Industrie selbst will sich und ihren Mitarbeitern Rechenschaft geben, über ihre rastlose Tätigkeit und über ihre Entwicklung. Jeder der sein Leben und seine Kräfte zur Herstellung des Porzellans einsetzt, soll sehen, dass er nicht nur des Mammons willens arbeiten muss, sondern dass er auch Werte schafft, die der Menschheit zur Verschönerung und dadurch zum Glück ihrers Daseins beitragen.

Die Hilfsindustrien

Selbstverständlich ist, dass neben der Porzellanindustrie eine Reihe Hilfsindustrien in Selb entstanden sind. In erster Linie muss hier die Maschinenindustrie genannt werden, die durch die Firmen Netzsch und Zeidler, die keramische Maschinen in hervorragender Qualität herstellen, vertreten sind. Nicht allein die Selber Porzellanindustrie wird von diesen Maschinenfabriken versorgt, weit darüber hinaus liefern sie ihre Spezialmaschinen an die keramische Industrie des In- und Auslands. Ausser den Maschinenfabriken sind in Selb und Umgegebung die Baufirmen zu erwähnen, die die umfangreichen Fabrikgebauten aufgeführt haben, und hauptsächlich renommierte Ofenbaufirmen, die durch ihre alterprobten Ofenkonstruktionen nicht allein die örtliche Porzellanindustrie gefördert, sondern wiederum weit über die Grenzen Selb hinaus, die für die Porzellanfabriken geeigneten Ofenbauten ausgeführt haben.

Eine weitere Hilfsindustrie stellen die Sägewerke und Holzwollfabriken dar, die Holz, Bretter, Planken, Holzwolle und Kisten liefern. Eine grosse Anzahl Agenturen vermitteln den Bezug der von ausserhalb kommenden Rohstoffe und Rohmaterialien, Farben, Gold etc. für die Porzellanindustrie, so dass ausser der eigentlichen Porzellanarbeiter- und -angestelltenschaft noch eine bedeutende Anzahl der Bewohner der Stadt Selb als mit der Porzellanindustrie eng verknüpft bezeichnet werden muss. Weiterhin müssen die Buchdruckereien Erwähnung finden, die Preislisten, Reklameartikel und Bürobedarfsartikel für die Porzellanfabriken herstellen und endlich die Transport- und Speditionsfirmen, welche die Fertigware in alle Welt verschicken.

Mediaval 2009 in Selb

Geschrieben von porzelliner am 27. September 2009 | Abgelegt unter Events

Selb – Zum zweiten Mal ist Selb zum Mekka für Mittelalterfans aus ganz Europa geworden. Beim Festival Mediaval auf dem Selber Hausberg geben sich seit Freitag Tausende ein Stelldichein, um noch bis zum Sonntagabend “Musik ohne Ende” zu genießen und sich einfach zu vergnügen.

Außer Gewohntem vom Vorjahr bietet das Festival auch jede Menge Neues. So ist der Gastronomiemarkt geballt im Bereich der Theaterbühne platziert. Eine “Fressmeile”, bei der angesichts der endlosen Vielfalt die Entscheidung für jede einzelne Speise nicht leicht fällt. Neu sind auch die Workshops, die an allen Tagen durchgeführt werden. Das Angebot ist ebenso vielfältig: Dreihleiterbau, Fuß- und Bein-Kneterei, Handlesen, Löffelschnitzen. Mit dabei Mitmachtänze, mittelalterlicher Gesang und Oberton, um nur einige zu nennen.

Viele Neues bei Festival

Das Festival lockt Fans aus ganz Europa an. Das machen schon die unterschiedlichen Sprachen deutlich, die auf dem Gelände zu hören sind. Die Anziehungskraft ist sehr groß. Wieder mit von der Partie ist die Gruppe “Viceptae” aus Weißenburg an der Donau. Die jungen Leute sind am Donnerstag mit fünfzehn Personen angereist und haben ihre Zelte aufgebaut. Sie wollen – wie viele andere Gruppen auch – den Besuchern das Leben im Mittelalter zeigen.
Die erste Nacht hat die Mittelaltertruppe gut verbracht. “Im Gegensatz zum Vorjahr sind wir besser gegen die Kälte vorbereitet”, sagt Mario Frean. Mäntel, warme Jacken, Felle und Socken habe man übers Jahr angesammelt. “Wir kleiden uns nach dem Zwiebelprinzip, mehrere Schichten übereinander.” Gekocht wird am Lagerfeuer. Dazu werden nur frische Zutaten wie Zwiebeln, Kartoffeln und Gemüse verwendet. Hauptsächlich gibt es Eintopf, dazu einen tüchtigen Kanten Brot.

Vorbereitet gegen Kälte

Eindruck hinterließ das Festival im Vorjahr auch bei Ulrich Keil aus Thüringen. Damals als Gast dabei, diesmal als Händler mit seinem “Mittelalterlichen Kaufhaus”. “Der Goldberg ist ein tolles Gelände”, lautet sein Urteil. Und dem stimmen fast alle Besucher unisono zu. Dieser Platz, der zum Selber Wiesenfest die Massen anzieht und neidlos auch in der Region als einer der schönsten Festplätze gelobt wird, hat mit dem Festival Mediaval neue Fans gefunden.

Mit “Coppelius” beginnt am Freitag mit kurzer Verspätung das Musikprogramm auf der großen Bühne. Meist haben es die ersten Bands nicht leicht, ihr Publikum in Stimmung zu bringen, nicht so auf dem Goldberg. “Coppelius”, die von sich selbst sagen, sie sorgten für die Rückkehr des guten Tones, haben damit keine Probleme. Sie, die sie Brücke von der Modernen ins Mittelalter schlagen, kommen bei den Besuchern des Festivals bestens an.

Das hatte zuvor Oberbürgermeister Wolfgang Kreil, auch mittelalterlich gewandet, kräftig applaudiert, als er den Besuchern viel Vergnügen, viel gute Musik und möglichst einigermaßen erträgliches Wetter gewünscht hatte.
Der Oberbürgermeister lobte die Veranstalter, die mit großer Sorgfalt und viel Energie alles so vorbereitet hätten, dass den Festivalbesuchern ein Angebot unterbreitet werde, “welches sie so schnell nicht vergessen werden”. “Pax et gaudium” wünschte Kreil den Gästen.

Beides werden die noch bis zum Sonntag haben. Denn 37 Bands aus ganz Europa sorgen in 50 Konzerten für musikalischen Hörgenuss. Von Spielleuten, nordischen Klängen, östlichen Melodien, arabischen Einflüssen bis hin zu Rockelementen sind alle Stilrichtungen vertreten. Als besonderes Highlight präsentieren Vedan Kolod aus Sibirien, neben bekannten Größen wie Haggard, Omnia, Faun und John Kelly & Maite Itoiz, musikalische Vielfalt.
Am Freitag nutzen viele Landkreisbewohner auch das Schnupperticket, um das Festival kennen zu lernen.

Auf der Webseite www.festival-mediaval.com finden Sie die neuesten Informationen für 2010.

Manufakturgeschichte Meissen

Geschrieben von porzelliner am 27. September 2009 | Abgelegt unter Events

Technische Innovationen bilden in der Porzellan-Manufaktur Meissen von Beginn an die Vorraussetzung für die erfolgreiche Umsetzung künstlerischer Entwürfe. Umgekehrt hat auch immer der Wunsch nach besonderen künstlerischen Ausdrucksformen in Meissener Porzellan® die dazu notwendige Lösung keramtechnischer Probleme befördert. 8.Mai – 31.Oktober 2010 in der Albrechtsburg Meissen, in Kooperation mit den Staatlichen Schlössern, Burgen und Gärten Sachsen – Sonderausstellung zu Innovationen der Manufakturgeschichte.

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